Chronik des ARBÖ und der Ortsgruppe Gmunden

Der Verband der Arbeiter-Radfahrervereine Österreichs wurde am 30. April 1899 im Gasthaus "Zur roten Bretzen" in Wien-Ottakring gegründet.

Die Gründung des ARBÖ vor 100 Jahren fiel in die Zeit der wachsenden Industrie und zugleich des wachsenden Selbstbewußtseins der Arbeiter. Diese schlossen sich nicht nur in politischen Gruppen zusammen, sondern gestalteten auch gemeinsam ihre damals eher kärgliche Freizeit. Nicht allein das Gefühl der Zusammengehörigkeit, auch die gegenseitige Hilfe bei gemeinsamen Unternehmungen stand im Vordergrund.

 Bereits am 31. Dezember 1898 hatte Alois Zipfinger als Vertreter der Proponenten ein Statut für einen Verband der Arbeiter-Radfahrervereine Österreichs eingereicht. Die Behörden verhinderten die Gründung mit dem Vorwand, der Vereinszweck wäre unklar. Alois Zipfinger war am 27. Februar 1899 nochmals bei der Vereinsbehörde vorstellig. Das Bundesministerium des Inneren erließ einen Bescheid mit der erforderlichen Nichtuntersagung: ab dem 10. März 1899 konnte an die konstituierende Sitzung im Gasthaus "Zur roten Bretzen" in Ottakring gedacht werden. Die Gründungsversammlung fand am Samstag, dem 30. April 1899, statt und dauerte bis in die frühen Morgenstunden des 1. Mai 1899. Alois Zipfinger wurde zum Obmann gewählt. Den "Verband der Arbeiter-Radfahrervereine Österreichs" gründeten: der 1. Niederösterreichische Arbeiter-Radfahrerbund mit seinen fünf Ortsgruppen in Wien III, St. Veit, Mödling, Klosterneuburg und Lilienfeld; die Arbeiter-Radfahrervereine Wien-Landstraße und Favoriten, Inzersdorf, Floridsdorf, Großjedlersdorf, Wiener Neustadt, Brünn und der mährisch-schlesische Bund mit seinen Ortsgruppen. Die Zahl der Mitglieder betrug rund 1300.

Die Keimzelle des Arbö Gmunden war der Arbeiter-Radfahrerverein Theresiental, der im Jahre 1908 von sportfreudigen Arbeitern der einstigen Baumwollspinnerei Theresiental ins Leben gerufen wurde. Die Initiatoren dieses Vereins sind längst verstorben, und es bedurfte gründlicher Nachforschungen im Archiv des Bundesverbandes, um die vergilbte „Geburtsurkunde“ auszuheben. Die Funktionäre und Mitglieder dieser Organisation standen in vorderster Reihe im Kampf um die Rechte der Arbeiterschaft. Sie beteiligten sich an allen Kundgebungen und Demonstrationen. Ihre Radausflüge dienten nicht nur der Wanderseligkeit, sondern auch der politischen Aufklärung. Die Mitgliederzahl  des Vereins stieg sehr schnell. Der Weltkrieg 1914/18 stoppte diese Entwicklung. Die Kriegsverluste wurden aber nach dem Kriege wieder rasch aufgewogen, bis es zum verhängnisvollen Jahre 1934 kam, in welchem der Verein gewaltsam aufgelöst wurde. Geblieben sind von dieser  Zeit die reich bestickte Fahne und die von der Fahnenpatin Frl. Leopoldine Födinger, der nachmaligen Gastwirtin des Vereinslokales „Altmühle“,  gearbeiteten und gespendeten Fahnenbänder. Diese historischen Relikte entgingen der Beschlagnahme, weil sie in einem Versteck aufbewahrt wurden.

1914 waren es 423 Vereine mit rund 24.000 Mitgliedern.

Nach dem ersten Weltkrieg zählte man nur noch 3500 Mitglieder.

Das Jahr 1926 war für die oberösterreichischen Gruppen insoferne von Bedeutung, weil erstmals ein Bundestag der Radfahrer in Linz abgehalten wurde, bei dem die Gründung einer Motorradfahrergruppe beschlossen wird. Verbunden war dies mit der Namensänderung des ARBÖ auf „Arbeiter – Rad – und Kraftfahrerbund Österreichs“.

 

Im Jahr 1933 waren es, trotz hoher Arbeitslosigkeit (ca. 600.000) wieder 476 Ortsgruppen mit 17.200 Radfahrern und 43 Motorradfahrer-Ortsgruppen. Das Motorrad war damals Luxusgut, Beiwagenmaschinen gab es ganz wenige. Von einem Auto träumte man damals nur.

1934 wurden der ARBÖ von der austrofaschistischen Regierung aufgelöst.

Ebenso wie nach dem Zweiten Weltkrieg, als Östereich aus Trümmern wieder aufzubauen war, begann der Neuaufbau. Erfolge wechselten mit Rückschlägen, bis mit dem früheren Obmann des ARBÖ Gmunden Otto Luttinger, dem damaligen Stadtobmann der SPÖ, eine Entwicklung eingeleitet wurde, die den Verein auf gesunde finanzielle und sportliche Basis brachte.

 Am 5. März 1946 wurde durch den Bundesminister für Inneres dem provisorischen Vereinsvorstand des Vereins "Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund Österreichs" die Aufnahme seiner Tätigkeit wieder erlaubt.

1947 mietete der ARBÖ ein ehemaliges Depot in der Schlechtastraße 4 im dritten Wiener Gemeindebezirk. Dort wurde den Mitgliedern die Möglichkeit geboten, Reparaturen selbst durchzuführen. Dies war die „Geburt“ des technischen Dienstes.

1957 wurde die Straßenwacht gegründet, die an den Wochenenden mit Beiwagenmotorrädern auf stark frequentierten Straßen in Niederösterreich und im Burgenland patrouillierte, dem ARBÖ gehörten 20.000 Motorisierte und 8.000 Radfahrer als Mitglieder an.

1960 entstanden die ersten Prüfzentren mit hauptberuflichen Mitarbeitern.

1961 begann Otto Effenberger als Bundessekretär den ARBÖ nach modernen Grundsätzen als Dienstleistungsorganisation und Interessenvertretung für Verkehrsteilnehmer auszurichten. Die Zahl der Autobesitzer wuchs, dieser Entwicklung wurde mit der Namensänderung in "Auto-, Motor- und Radfahrer-Bund Österreichs" am 29. Mai 1962 Rechnung getragen. Seit 1961 erschien die FREIE FAHRT als monatliches Vereinsorgan. Am 16. September 1967 starteten 37 Pannendienstfahrzeuge mit dem Symbol des Bernhardiners auf dem Wiener Rathausplatz. Gutmütig, freundlich und vor allem hilfsbereit wie die gleichnamige Hunderasse. Diese Eigenschaften gehören zu den wichtigsten Erfordernissen aller ARBÖ-Mitarbeiter. Vom Bodensee bis zum Neusiedler See reichte das Hilfesystem des Technischen Dienstes, der ARBÖ zählt 100.000 Mitglieder.

1969 wurde dem ARBÖ Gmunden ein VW-Käfer-Pannenwagen überreicht. Dieser kam an Sonn- und Feiertagen zum Einsatz. Dies war der Beginn des Pannendienstes, die von Walter Helm und Thallinger Franz zu einer ehrenamtlichen Riege aufgebaut wurden.

Der Mitgliederstand 1973: 200.000. Im Mai 1974 wurde auf dem 27. ARBÖ-Bundestag das 75-Jahr-Jubiläum gefeiert. Gleichzeitig fand auf dem Kahlenberg die Übergabe des 150. Pannendienstwagens statt.

1974 übernahm Walter Helm als neuer Obmann die Führung des ARBÖ Gmunden.

1978 feiert der ARBÖ Gmunden  sein 70jähriges Bestehen, das von einer Reihe von Veranstaltungen geprägt war.

Die 80er brachten die Premiere für den österreichweiten Pannenruf 1-2-3, der Pannendienst wird in ganz Östereich auf Tag-und-Nacht-Betrieb. umgestellt. 1985 hatte der ARBÖ bereits über 360.000 Mitglieder. Die Prüfzentren und der touristische Service werden ausgebaut, ARBÖ-Verkehrsjuristen und ARBÖ-Mediziner stehen den Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite.

1989 feiert der ARBÖ sein 90jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt zählt der ARBÖ über 400.000 Mitglieder bei 90 Prüfzentren und 200 Pannen- und Abschleppfahrzeugen.

1990/91 dann der Höhepunkt des ARBÖ Gmunden. Wir erhalten nach jahrzehntelangen Bemühungen durch Obmann Walter Helm und seinen Mitstreitern ein eigenes Prüfzentrum am damaligen Standort in der Bahnhofstraße. Dank dieses Prüfzentrums mit den Mitarbeitern Franz Thallinger und Franz Gruber hatten wir einen Mitgliederzuwachs von über 100%. 1989 zählte man 652 Mitglieder. 1993 waren es bereits 1076 Mitglieder.

Bei der Generalversammlung im Jahre 1993 legte Obmann Walter Helm nach 20jähriger Tätigkeit seine Funktion im ARBÖ Ortsklub Gmunden zurück. Ihm folgte Anton Salomon nach.

Im September 1997 feiert der ARBÖ-Pannendienst sein 30jähriges Bestandsjubiläum. In diesem Zeitraum haben die ARBÖ-Pannenfahrer fünf Millionen Panneneinsätze absolviert. Der Mitgliederstand ist mittlerweile auf 450.000 angewachsen. Der ARBÖ verfügt im gesamten Bundesgebiet über 95 Prüfzentren. Mehr als 200 Pannen- und Abschleppfahrzeuge stehen den österreichischen Kraftfahrern und Urlaubsreisenden zur Verfügung. 94 von 100 Pannen werden an Ort und Stelle erledigt. In Ergänzung stellt der ARBÖ die sogenannten "1-2-3 ARBÖmobile" als Ausdruck der "Mobilitätsgarantie" in Dienst. Die jährliche Verteilung des "Großen Österreichischen Automobil-Preises" durch den ARBÖ wird zu einem großen Auftritt vor Vertretern von Wirtschaft und Politik. Im November 1998 wird das erste Dreiliterauto prämiert. Zu Jahresende 1998 sind 405 Mitarbeiter im Pannen- und Prüfdienst in 95 Prüfzentren sowie 212 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sekretariaten in allen Bundesländern tätig. Es werden 170.000 Panneneinsätze pro Jahr erledigt, der Prüfdienst in den Prüfzentren nimmt 550.000 technische Begutachtungen und Überprüfungen vor.

1998 – Umbau neues Prüfzentrum in Gmunden, Neuhofenstraße 35

1999 – „100 Jahre ARBÖ“ – es wurden zahlreiche Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums abgehalten, bei dem auch der ARBÖ Gmunden sich beteiligte. Die Krönung in diesem Jahr war weiter die offizielle Eröffnung des neuen Prüfzentrums in der Neuhofenstraße.

2003 legte Obmann Anton Salomon seine Funktion aus persönlichen  Gründen zurück. Bei der Generalversammlung wurde als neuer Obmann Manfred Keller gewählt.

2004 hat der ARBÖ Gmunden erstmals zum „Tag der offenen Tür“ am neuen Prüfzentrum geladen.

2007 wurde ebenfalls bei einem „Tag der offenen Tür“ das Bestehen „40 Jahre ARBÖ Pannendienst“ und "Oberösterreich bewegt sich, 60 Jahre Landessportorganisation" gefeiert. Dies wurde von den vielen Vereinen und Firmen  aus der Region mit deren Anwesenheit unterstützt.

2008 wurde Obmann Manfred Keller bei der Landeskonferenz des ARBÖ Oberösterreich in den Landesvorstand gewählt.

 

2009 – Unterstützung ASKÖ Gmunden beim „GP von Europa im Rollenrodelcup“ bei der Streckensicherung.

2010 veranstaltete der ARBÖ Gmunden zum zweiten Mal den „Tag der offenen Tür“. Es wurde hier 20 Jahre Prüfzentrum Gmunden gefeiert. Mitwirkende waren wieder die Vereine und Firmen aus der Region. Es wurde den Mitgliedern ein tolles Rahmenprogramm geboten und die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Firmen weiter gefestigt.

2011 veranstaltete der ARBÖ Gmunden in Zusammenarbeit mit den Kinderfreunden Pinsdorf erstmals ein Familienfest beim Prüfzentrum Gmunden.  Weiter veranstaltete der ASKÖ Gmunden wieder den „ Murauer-Bier Rollenrodelcup Gmunden 2011“ bei dem der ARBÖ Gmunden wieder als Steckensicherung unterstützend mitwirkte.

2011 Bei der Generalversammlung wurde als neuer Obmann Manfred Keller wiedergewählt.

2012 wurde Obmann Manfred Keller bei der Landeskonferenz des ARBÖ Oberösterreich wieder in den Landesvorstand gewählt und erhielt das Funktionäre-Ehrenzeichen in Gold.

Neben den vielen Veranstaltungen und der guten Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und Institutionen wie Rotes Kreuz, Feuerwehr und Polizei  bestärken uns, ehrenamtlich für unsere Mitglieder, im Sinne der Verkehrssicherheit und der Betreuung der Mitglieder tätig zu sein.